Ich bin dann mal weg …

Tag 29: von A Gudiña nach Ourense

Ostermontag, 21. April 2025 🌧️ ☁️

Ich pilgere jetzt schon vier Wochen auf der Vía de la Plata. 😅

Heute früh ging’s bei leichtem Nieselregen los in Richtung Bahnhof – Ziel: Ourense.

Der extrem schlechte Zustand des Caminos (durch sehr viel Wasser und Schlamm zum großen Teil nicht begehbar) sowie starke Schmerzen an einer Sehne am Fußgelenk machten eine kurze Zugfahrt und einen Ruhetag notwendig. In einer Farmacia habe ich mich mit einer Salbe ausgerüstet, die hoffentlich mehr kann als nur gut riechen und ich hoffe, dass ich die verbleibenden Etappen wieder schmerzfrei bewältigen kann.

Meine Regeneration wird hoffentlich durch die zahlreichen Pulperías sowie ein Gläschen Albariño unterstützt. ☺️

In Ourense bin ich dann in die Catedral de San Martiño de Ourense gegangen, wie es sich für einen anständigen Pilger gehört.

Wenn ich mich so umsehe, geht es auf der nächsten Etappe steil bergauf, egal in welche Richtung der Camino verläuft. 😰

Das Highlight der Kathedrale ist der Pórtico del Paraíso. Es ist ein gotisches Tor, farbenfroh, detailreich und inspiriert vom berühmten Pórtico de la Gloria in Santiago.

Die folgenden Zeilen habe ich zur Jakobsfigur an der Mittelsäule des Pórtico del Paraíso gefunden:

„Inmitten der ehrwürdigen Stille der Kathedrale von Ourense sitzt er – Santiago. Nicht hoch oben, nicht entrückt, sondern auf Augenhöhe. Der Apostel, mit Buch und Schwert, schaut uns Pilger direkt an. Seine Füße ruhen auf Jakobsmuscheln, sein Blick ist ruhig, fast väterlich.

Die Inschrift sagt: „Apostel Jakobus wurde an diesen Ort versetzt, sagen sie.“

Ein Satz, der wie ein Flüstern durch die Jahrhunderte hallt. Ob Legende oder Glaube, sein Platz ist hier.

Wie ein Wächter auf dem Weg. Wie ein Begleiter in Stein.

Und für einen kurzen Moment glaubt man, er nickt und weiß, der Weg geht weiter.“